Tollen, toben, balancieren
Mit dem bewegungspädagogischen Konzept nach Elfriede Hengstenberg möchten wir den Kindern die Chance bieten, Freude an der Bewegung zu finden.
Tollen, toben, balancieren - ausgiebige Bewegung ist wichtig
Erinnern Sie sich noch an Ihre Kindheit? Draußen herumtollen, auf Bäume klettern, balancieren und vieles mehr war für Kinder von früher eine Selbstverständlichkeit. Heutzutage wachsen viele Kinder, gerade in der Stadt, in einer ganz anderen Umgebung auf. Die heutige Zeit ist eher geprägt von einem übermäßigen Angebot an Innenaktivitäten - unter anderem Fernsehprogrammen und Multimediaspielen. Wichtig für den kindlichen Reifungsprozess ist jedoch viel mehr ausgiebige Bewegung und das Spiel.
Dem Bewegungsmangel entgegenwirken
Damit dieser erst gar nicht eintritt, wollen wir dem bereits weit vorher entgegenwirken und mit dem bewegungspädagogischen Konzept nach Elfriede Hengstenberg den Kindern in unserer Kindertagesstätte die Chance bieten, Freude an der Bewegung zu finden. In dem jungen Alter der Kinder bilden sich entscheidende wachstums- und reifungsbedingte Veränderungen des Muskel-, Skelett- und Nervensystems aus.
Körper und Bewegungen kennenlernen
Elfriede Hengstenberg (1892-1992) war Gymnastiklehrerin aus Berlin. Sie entwickelte einfache Holzgeräte, mithilfe derer sich die Kinder beschäftigen konnten und herausfinden sollten, zu welchen Bewegungen der eigene Körper fähig ist. Hocker, Balancier- und Kletterstangen, Schaukelbretter und mehr sollten den Kindern das Balancieren, Steigen, Greifen, Liegen, Springen und Klettern nahebringen.
Feste Regeln sollen den Kindern einen sicheren Rahmen zur Erprobung der Geräte geben:
- Ich benutze die Geräte barfuß!
- Ich lasse mir Zeit und gönne mir Ruhe!
- Ich lasse auch anderen Zeit und Raum!
- Ich tue nur das, was ich mir allein zutraue!
Das Prinzip: Eigeninitiative und Selbstvertrauen
Die Initiative soll von den Kindern ausgehen. Je nach Gemüt und Lust, versuchen die Kinder von ganz allein zu klettern, balancieren oder zu hangeln. Im Mittelpunkt steht somit die eigenständige Bewegungsentwicklung. Die Kinder sollen hierbei angenehme Körpererfahrungen machen, sich selbst vertrauen und lernen, auf die Signale ihres Körpers zu hören. Wenn sich die Kinder mit allen Sinnen selbst betätigen, lernen sie sich selber kennen, können Situationen besser einschätzen und auf erlernte Bewegungsmuster zurückgreifen. Somit tragen Kinder selbst dazu bei, dass ihnen weniger Unfälle beim Laufen, Rennen und Spielen passieren.